Rolf Beuting als Kreisvorsitzender wiedergewählt

ÖDP-Jahreshauptversammlung tagte in Murnau

Murnau/GAP. – Mit 100% der Stimmen wurde der Murnauer Bürgermeister und Bezirksrat Rolf Beuting in seinem Amt als ÖDP-Kreisvorsitzender bestätigt. Seine Stellvertreterin ist die Oberammergauer Gemeinderätin Katharina Floßmann. Katrin Ecker-Eberl bleibt Schatzmeisterin, Heidi Stangl Schriftführerin (beide Murnau). Im Mittelpunkt der Mitgliederversammlung des ÖDP-Kreisverbands standen die Wahlnachlese sowie Vorstands- und Delegiertenwahlen. Schwerpunkte in der Diskussion waren die Themen „Verkehrschaos“ und „bezahlbarer Wohnraum“.

Wahlnachlese

Rolf Beuting machte keinen Hehl aus seiner Enttäuschung: Die Wahlergebnisse spiegelten nicht den großen Einsatz aller Aktiven wider. Aber auch die noch weitaus schlechteren Ergebnisse anderer kleinerer Parteien – etwa Piraten, Tierschutzpartei, V³-Partei oder MUT – deuteten darauf hin: „Es gibt Trends, gegen die man keine Chance hat.“ Die Polarisierung zwischen Schwarz, Grün und AfD habe kaum Platz für andere Gruppierungen gelassen. In den Wahlkämpfen 2017 und 2018 habe der ÖDP-Kreisverband aber neue Mitglieder gewonnen und stehe jetzt mit 70 Mitgliedern sehr stabil da. Motivierend sei auch die ausgezeichnete Zusammenarbeit im Wahlkampfteam gewesen, insbesondere zusammen mit dem ÖDP-Kreisverband Weilheim-Schongau, der in den letzten ein, zwei Jahren über 20 neue Mitglieder gewonnen hat. Besonders viel Zuspruch und eine Rekordzahl an Unterschriften habe das von der ÖDP initiierte bayernweite Artenschutz-Volksbegehren „Rettet die Bienen!“ erzielt, das inzwischen auch vom Innenministerium zugelassen wurde.

Vorstands- und Delegiertenwahlen

Rolf Beuting, der als einer von zwei ÖDP-Mandatsträgern in den Bezirkstag von Oberbayern gewählt wurde, wird den ÖDP-Kreisverband auch in den nächsten beiden Jahren führen. Dem neunköpfigen Vorstand gehören neben Floßmann, Ecker-Eberl und Stangl auch die Beisitzer Christine Bartl (Seehausen), Angela Dein (Murnau), Daniel Konopczynski (Murnau), Josef Schratt (Unterammergau) und Herbert Stöckl (Garmisch-Partenkirchen) an. Kassenprüfer sind Guntram Gattner (Murnau) und Patrik Schlichte (Ettal).

Als Delegierte zum Landes- und Bezirksparteitag wurden Katharina Floßmann, Elisabeth Schlichte (Ettal), Heidi Stangl, Rolf Beuting, Daniel Konopczynski und Rudolf Kühn (Riegsee) gewählt; Ersatzdelegierte sind Katrin Ecker-Eberl, Anastasia Kühn (Riegsee) und Gerhard Meixner (Murnau).

„Wohnungsmarkt birgt sozialen Sprengstoff“

Ein wichtiges Thema war den ÖDP-Mitgliedern die Schaffung bezahlbaren Wohnraums. „Absurde Grundstückspreise“ und ein „fast zusammengebrochener Wohnungsmarkt“ bergen Murnaus Bürgermeister Rolf Beuting zufolge „sozialen Sprengstoff“. Wenn dies weiter anhalte, baue sich kontinuierlich die Sozialstruktur im Landkreis um. In Murnau versuche man, mit den Möglichkeiten der Kommune gegenzusteuern: durch die Schaffung bezahlbaren Wohnraums, die kontinuierliche Anhebung der Zweitwohnungssteuern sowie das Konzept der sozialgerechten Bodennutzung. Rudolf Kühn, Bürgermeister der Gemeinde Riegsee, plädierte insbesondere dafür, Spekulation und Leerstände zu verhindern; dies müsse mit allen politischen Mitteln angegangen werden.

ÖDP will „Autobahn durchs Loisachtal“ verhindern

Vielen Mitgliedern auf den Nägeln brennt auch das „zunehmende Verkehrschaos“ (Rolf Beuting) an zahlreichen Stellen im Landkreis; so habe z. B. die Zahl der Kraftfahrzeuge massiv zugenommen – in Murnau allein um 20% innerhalb von zehn Jahren. Daher hat die vierköpfige ÖDP-Fraktion im Kreistag kürzlich einen Antrag auf Erstellung eines Nahverkehrsplans gestellt, der „für eine neue Verbindungsqualität sorgen“ soll. Der Staffelseebus im Nordlandkreis sei leider gescheitert, „da sich der Landkreis Verbesserungsvorschlägen verweigert und viele Steuergelder verbrannt hat“; in Murnau setzt Beuting jetzt u. a. auf einen eigenen Ortsbus, zudem sei das „Fahrradkonzept“ der Gemeinde beschlossen und werde sukzessive umgesetzt. Katharina Floßmann, Gemeinderätin in Oberammergau, empfahl, auch die Idee der „Anruf-Sammeltaxis“ in den Nahverkehrsplan aufzunehmen.

Der Ausbau der Bundesstraße B2 wird kritisch bewertet. So sehr man den Wunsch der betroffenen Kommunen nach Umfahrungstunnels verstehen könne, sprachen sich die ÖDP-Mitglieder gegen den durchgängigen vierspurigen Ausbau der B2 vom Autobahnende Eschenlohe bis Garmisch-Partenkirchen aus. Wer weitere Straßen säe, ernte nur weiteren Verkehr – das Loisachtal dürfe nach Ansicht der ÖDP kein weiteres Transittal werden; eine „Autobahn durchs Loisachtal“ sei durch einen besseren Werdenfels-Takt, mehr Verzahnung des ÖPNV und andere Maßnahmen zu verhindern.

Das neue Vorstandsteam der Kreis-ÖDP (v. l.): Katrin Ecker-Eberl (Schatzmeisterin), Angela Dein (Beisitzerin), Josef Schratt  (Beisitzer), Katharina Floßmann (stellv. Vorsitzende), Daniel Konopczynski (Beisitzer) und Rolf Beuting (Kreisvorsitzender). Im Bild fehlen Christine Bartl (Beisitzerin), Heidi Stangl (Schriftführerin) und Herbert Stöckl (Beisitzer).
Das neue Vorstandsteam der Kreis-ÖDP (v. l.): Katrin Ecker-Eberl (Schatzmeisterin), Angela Dein (Beisitzerin), Josef Schratt (Beisitzer), Katharina Floßmann (stellv. Vorsitzende), Daniel Konopczynski (Beisitzer) und Rolf Beuting (Kreisvorsitzender). Im Bild fehlen Christine Bartl (Beisitzerin), Heidi Stangl (Schriftführerin) und Herbert Stöckl (Beisitzer).

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