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Antrag zwecks Einrichtung einer Kooperationsschule im Landkreis Garmisch-Partenkirchen / Teilnahme am Modellversuch "Kooperationsschule Hauptschule/Realschule"

Die ödp-Fraktion im Kreistag des Landkreises Garmisch-Partenkirchen hat sich am 9. März 2009 mit einem Antrag an Landrat Harald Kühn sowie die Vorsitzenden aller Kreistagsfraktionen gewandt. Inhalt ist die mögliche Einführung einer Kooperationsschule.

I. Antrag

 

Der Kreistag beschließt, dass der Kreis Garmisch-Partenkirchen sein starkes Interesse an der Einführung einer Kooperationsschule kurzfristig dem Bayerischen Staatsministerium für

Unterricht und Kultus meldet. Dies soll dem bereits im Ministerium vorliegenden Schreiben

von Herrn Landrat Kühn Nachdruck verleihen und signalisieren, dass alle maßgeblichen

Kräfte hinter diesem Vorhaben stehen.

 

Ferner beauftragt der Kreistag die Verwaltung, alle möglichen Förderprogramme zu prüfen, die für einen evtl. Ausbau der Schulinfrastruktur in Frage kommen.

 

 

II. Begründung

 

Die Diskussion über die Notwendigkeit der Einführung einer zusätzlichen Realschule im

Landkreis Garmisch-Partenkirchen ist bereits mehrere Jahre alt. Bislang sind die

Bemühungen daran gescheitert, dass Aufbau einer vollwertigen Realschule mit mehreren

Zügen pro Schuljahrgang als zu aufwendig erschien. Im Herbst 2008 hat nun der der neuen bayerischen Staatsregierung zugrunde liegende Koalitionsvertrag festgehalten, dass das Ministerium für Unterricht und Kultus einen Modellversuch "Kooperationsschule Realschule/Hauptschule" starten wird. Dazu sollen in jedem Regierungsbezirk wenige

Schulen zur Teilnahme eingeladen werden. Viele Kommunen und Landkreise haben dem

Ministerium bereits ihr Interesse signalisiert. Das beeindruckenste Beispiel aus der Region Oberland ist der Landkreis Miesbach, wo sich Herr Landrat Kreidel an die Spitze der Initiative gestellt hat und den Prozess erfolgreich moderiert (siehe auch beigefügter Artikel Miesbacher Merkur 14.02.09).

 

Der Landkreis Garmisch-Partenkirchen hat im Vergleich zu den benachbarten Landkreisen,

einen deutliches Defizit bei den Realschülern. So sind laut Bayerischem Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung rund 13 von 1000 Einwohnern im Landkreis Garmisch-

Partenkirchen Realschüler. In den Nachbarlandkreisen Weilheim-Schongau und Bad-Tölz-Wolfratshausen sind es 25 bzw. 26, also doppelt so viele. Der Ausbau der

Realschulkapazitäten im Landkreis Garmisch-Partenkirchen ist daher ein entscheidender

Faktor für die Zukunftsfähigkeit unserer Region. Realschüler mit Fahrtzeiten aus entfernt liegenden Orten von 1½ Stunden sind im Landkreis Garmisch-Partenkirchen keine

Seltenheit. Diesen Belastungen weichen viele Schüler durch die Wahl einer anderen und

meistens damit auch weniger geeigneteren Schulform aus. Die aktuelle Lage ist daher so, dass die Bildungschancen im Landkreis unterschiedlich verteilt sind. Ziel des Landkreises sollte es aber sein, dass alle Schüler die Chance haben, in zumutbarer Entfernung eine Haupt- oder Realschule bzw. ein Gymnasium besuchen können.

 

Die Einrichtung einer Kooperationsschule im Landkreis ist eine effektive Form der

Wirtschaftsförderung. Wirtschaftsförderung sollte nicht nur auf die Zurverfügungstellung von Gewerbeflächen oder den Ausbau der (Verkehrs-)Infrastruktur beschränken, sondern auch ein vollausgebautes Bildungsangebot umfassen. Der Bedarf der Wirtschaft an gut ausgebildeten Realschülern ist hoch. Daher erscheint es aus wirtschaftlicher Sicht dringlich, vorhandene Realschul-Angebotslücken zu schließen.

 

Die jetzt durch die Koalitionsvereinbarung entstandene Chance, am Modellprojekt "Kooperationsschule" teilzunehmen, ist historisch einmalig. Die Chance der Errichtung einer dritten vollwertigen Realschule dürfte eher gering sein. Desto mehr erscheint die Möglichkeit

einer (Teil-)Realschule als sehr attraktiv. Aufgrund der hohen Nachfrage nach Realschulplätzen gefährdet diese (Teil-)Realschule keine der vorhandenen Realschulen. Die Antragsteller bekennen sich zur Förderung der vorhandenen Hauptschulen. Wünschenswert wäre es wenn, wie vom Ministerium für Unterricht und Kultus angeregt, versucht würde, über Verbünde neue Perspektiven für die kleinen Hauptschulen zu schaffen. Insbesondere erscheint es uns als wichtig, dass jede Teilregion im Landkreis über mindestens einen M-Zweig verfügt. Das Thema Entwicklung der Bildungslandschaft sollte daher auch einen großen Stellenwert im Regionalentwicklungskonzept erhalten.

 

 

Siegfried Appler

Sprecher der ödp-Fraktion

 

Dr. Franz Englbrecht

Mitglied des Kreistages

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