Zur Hauptnavigation springen Zum Hauptinhalt springen

Klausur der Gruppierung ÖDP/Bürgerforum Murnau: Fünf-Säulen-Konzept für ein nachhaltiges, lebenswertes Murnau

Murnau. – CO2-neutral, bezahlbar und verkehrsberuhigt – so lautet die Vision der Gruppierung ÖDP/Bürgerforum Murnau, die sich gemeinsam mit Bürgermeister Rolf Beuting auch für die nächsten Jahre einiges vorgenommen hat. Bei einer Klausur, an der rund 25 Gemeinderäte, Mitglieder und Gemeinderatskandidat/innen teilnahmen, wurden jetzt die Eckpfeiler abgesteckt.

Wohnraum für alle Alters- und Einkommensgruppen

Ein heißes Eisen bleibt in Murnau das Thema „bezahlbarer Wohnraum“. „In den letzten sechs Jahren wurden unter Bürgermeister Rolf Beuting mehr Projekte für sozialverträgliches Wohnen gestartet als unter allen drei Bürgermeistern zuvor“, konstatierte Fraktionssprecher Michael Manlik, der bereits seit 1984 Mitglied des Gemeinderats ist. Man sei auf einem richtigen Weg, auch wenn weitere Projekte folgen müssten. Die Klausurteilnehmer waren sich einig, den Schwerpunkt auf genossenschaftlichen und sozialen Wohnbau zu legen – neben Einheimischenmodellen, Mehrgenerationenprojekten und gegebenenfalls auch Baugruppeninitiativen; „dabei muss allerdings stets die Devise gelten, dass flächensparend gebaut werden muss“, so Beuting. Vorrang müsse Wohnraum für hier wohnende und arbeitende Menschen haben; Zweitwohnungen müssten so weit wie möglich eingegrenzt werden. Das vorgeschlagene Azubi-Wohnheim am Bahnhof schaffe Zukunftsperspektiven für junge Menschen und helfe den Ausbildungsbetrieben in Murnau.

Zukunftsorientierter Wirtschaftsstandort

Vor Ort Arbeitsplätze zu erhalten und zu schaffen und auch jungen Murnauer/innen hier eine Berufsperspektive zu geben, ist erklärtes Ziel von ÖDP/Bürgerforum Murnau. So soll das erfolgreiche Konzept des Innovationsquartiers fortgesetzt und sollen weitere Betriebe der Kreativbranche angesiedelt werden. Man wolle zudem an der weiteren Stärkung und Vernetzung des Einzelhandels mitwirken und die Murnauer Haushalte in den nächsten zehn Jahren sukzessive ans Glasfasernetz anschließen, erläuterte Gemeinderat Stefan Lechner, der u. a. Mitglied im Bauauschuss ist. Der Tourismus muss sich nach Ansicht aller Klausurteilnehmer nachhaltig und sanft weiterentwickeln; ein maßvoll eingesetzter Tagungs- und Seminartourismus könne für Entzerrung sorgen.

Murnau CO2-neutral

Mit dem Ausbau des Fernwärmenetzes, der Etablierung eines Energiekonzepts und der energetischen Sanierung gemeindeeigener Gebäude gehe man konsequent den Weg in eine klimafreundliche Kommune – so wie dies auch die Fridays-for-Future-Bewegung proklamiert. In den nächsten Jahren soll das Energiekonzept der Marktgemeinde dringend aktualisiert und mit neuen Zeitvorgaben umgesetzt werden. Eine Maßnahme, die nicht nur sehr viel Energie, sondern auch rund eine Viertel Million Euro pro Jahr einsparen soll, ist die von ÖDP/Bürgerforum Murnau geplante Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf LED-Technik, wie Gemeinderätin Anna Schlegel-Herz in ihrem Kurzreferat erörterte.

Verkehrsberuhigt und fußgängerfreundlich

Mit dem Radwegekonzept und den bereits erfolgten Investitionen ins Radwegenetz sieht sich die Gruppierung auf einem guten Weg, der weiterentwickelt werden soll. Außerdem soll in den nächsten Jahren der innerörtliche Autoverkehr durch einen bedarfsorientierten Öffentlichen Personen-Nahverkehr (ÖPNV), etwa einen App-gesteuerten Ortsbus, sowie intelligente Parkleitsysteme verringert werden, erläuterte die Gemeinderätin und Verkehrsreferentin Sabine Pecher. Die Gruppierung will zudem dafür sorgen, dass Untermarkt, Postgasse und Bahnhofsstraße verkehrsberuhigt und optisch ansprechend an den Obermarkt angebunden werden sollen.

Familienfreundlich und kulturell werthaltig

Die zukünftige Gemeinderatsfraktion will zudem weiter daran mitwirken, dass Murnau eine familienfreundliche Kommune mit einem hervorragenden schulischen und kulturellen Angebot bleibt, wie Gemeinderätin Gabriele Lechner darlegte. So werde derzeit die Gemeindebücherei modernisiert, und am Längenfeldweg solle eine integrative Kindertagesstätte entstehen. Die Klausurteilnehmer bekannten sich zum Schlossmuseum als „Aushängeschild Murnaus“; der Pausenhof der Mittelschule müsse endlich attraktiv gestaltet werden, so ein weiterer Wunsch. Örtliche Vereine will man weiterhin „in der Breite“ unterstützen.

Bürgermeister- und Gemeinderatswahl am 15. März 2020

Die Gruppierung ÖDP/Bürgerforum Murnau wurde im März 2014 mit 22,5 % der Stimmen zweitstärkste Fraktion im Gemeinderat; mit Rolf Beuting stellt sie seitdem den Ersten Bürgermeister. Mit Projekten wie dem Innovationsquartier im alten Gemeindekrankenhaus, der Zertifizierung als Fair-Trade-Kommune, dem mitinitiierten regionalen Energieversorger „17er Oberlandenergie“ sowie dem eingeleiteten Rückkauf des Strom- und Gasnetzes konnten – neben Bauprojekten für bezahlbaren Wohnraum und dem Ausbau der Radwegeinfrastruktur – zahlreiche Initiativen lanciert werden, die Murnau nachhaltiger und lebensfreundlicher machen und gleichzeitig Arbeitsplätze vor Ort schaffen. „Wir wollen daran anknüpfen und gerne weitermachen, wenn die Wähler dies wünschen“, so Bürgermeister Rolf Beuting.

Visionen für ein ökologisch, sozial und wirtschaftlich nachhaltiges Murnau: Die rund 25 Teilnehmer/innen diskutierten sehr konstruktiv, teilweise auch leidenschaftlich. Das Ergebnis ist ein Eckpunktepapier für die Jahre 2020 bis 2026.


Die ÖDP Garmisch-Partenkirchen verwendet Cookies, um diese Website Ihren Bedürfnissen anzupassen. Zu den Cookie-Nutzungsbestimmungen