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„Landwirtschaft, Verbraucher und Politik müssen an einem Strang ziehen, um die Bienen noch zu retten“

Murnau. – Obwohl es seit einigen Jahren – vor allem durch die Zunahme der Hobby-Imkerei – wieder viele Honigbienen in Deutschland gibt, ist die Situation der Insekten insgesamt „hochdramatisch“: Honigbienen, Wildbienen und letztlich alle Insekten finden nicht mehr genug Nahrung und werden Opfer des „Systems Landwirtschaft“, das nach wie vor auf Herbizide, Insektizide, Monokulturen, Mähtechnik mit extremer Schlagkraft und hybride Sorten setzt. „So kann es passieren, dass Bienen trotz blühender Sonnenblumen-Felder verhungern, da neue Sorten keinen Nektar mehr bilden“, so der bekannte Berufsimker und Pionier der ökologischen Imkerei, Günter Friedmann, in seinem Vortrag beim ÖDP-Kreisverband Garmisch-Partenkirchen vor rund 30 Interessierten.

Tatsächlich, so Friedmann, seien Insekten heute „quantitativ und qualitativ mangelernährt“. Diese fatale Entwicklung „gefährdet den Bestand und die innere Balance unseres Ökosystems“. Schuld, so Günter Friedmann, sei nicht der einzelne Landwirt, der im Rahmen seiner Möglichkeiten sowie der herrschenden Landwirtschafts- und Subventionspolitik oft keine Wahl habe bzw. sich „innerhalb des Systems rational verhält“. Das System des „Wachse und Weiche“ und von „Quantität statt Qualität“, das nach dem Zweiten Weltkrieg etabliert worden und damals nachvollziehbar gewesen sei, sei heute obsolet und „am Ende“. Ökologischer Landbau sei inzwischen kein Luxus mehr, sondern „absolute Notwendigkeit“, „wenn wir alle überleben wollen“. Neben einer ökologischen Bewirtschaftung plädierte Friedmann, der aus der Schwäbischen Alb kommt und die weltweit größte Demeter-Imkerei betreibt, für eine Extensivierung der Landwirtschaft sowie Maßnahmen des „Greenings“.

Wie man in der Landwirtschaft mit einfachen Maßnahmen Artenvielfalt erhalten oder wiederherstellen kann, zeigte der Ohlstädter Bio-Landwirt und ÖDP-Kreistagskandidat Leonhard Zach eindrucksvoll in seinem kurzen Bildvortrag. Einige Maßnahmen führten sogar zu Synergien mit der Milchviehwirtschaft.

In der angeregten Diskussion waren sich die Anwesenden einig, dass nicht mehr viel Zeit bleibt, um eine Trendwende einzuleiten. In Bayern habe das erfolgreiche Artenschutz-Volksbegehren wichtige und notwendige Impulse dazu gegeben. „Landwirtschaft, Verbraucher und Politik müssen an einem Strang ziehen, um die Bienen noch zu retten. Eine insektenfreundliche, nachhaltig arbeitende Landwirtschaft muss auch finanziell honoriert werden“, fasste Günter Friedmann zusammen.

Die beiden Referenten des ÖDP-Abends; Imker Günter Friedmann (li.) und Landwirt Leonhard Zach.

An der interessanten Diskussion beteiligten sich zahlreiche Teilnehmer.


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