ödp kritisiert den Pestizideinsatz in der Landwirtschaft

Angesichts des aktuellen massiven Sterbens der Bienenvölker in ganz Deutschland fordert die Ökologisch-Demokratische Partei (ödp) ein sofortiges Verbot für alle hochgiftigen Pestizide einschließlich dem kürzlich durch Minister Seehofer wieder zugelassenen insektizidbildenden Genmais.

Ulrich Brehme, Sprecher des Bundesarbeitskreises Gentechnik und Landwirtschaft in der ödp: „Die für die Bienenbrut tödlichen Pestizide müssen endlich verboten werden.“

 

Inzwischen bestätigt auch das Julius-Kühn-Institut die Vergiftung der Bienenvölker durch Abrieb des Wirkstoffs Clothianidin von imprägniertem Maissaatgut. Auch in Frankreich wird die Saatgutbehandlung mit Gaucho als ein eindeutiges Risiko für Bienenvölker eingeschätzt, denn der Wirkstoff wurde in Frankreich in etwa 25 Prozent der Honigbienen, in etwa einem Drittel des Honigs und in der Hälfte des Pollens nachgewiesen. Ein Drittel der Bienenvölker in Frankreich ist in den letzten fünf Jahren gestorben.

 

„Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) und das Julius-Kühn-Institut müssen nun alle in der Landwirtschaft zugelassenen Pestizide neu auf Bienengiftigkeit untersuchen,“ fordert Brehme.

Dabei sei eine weitgehendere Prüfung auf Bienenvolkgefährlichkeit bei der Pestizidzulassung notwendig, als im Pflanzenschutzmittel-Gesetz gefordert. „Das mehr als 20 Jahre alte Pflanzenschutzmittel-Gesetz berücksichtigt nicht die Wirkung der neuen Generation von Pflanzenschutzmitteln,“ kritisiert der ödp-Politiker Brehme.

„Die Anwendung dieser Gifte in der Praxis muss endlich auf der Ebene der Bundesländer konsequent kontrolliert und Fehlverhalten bestraft werden.“

 

Es sei erwiesen, dass die Pestizide in nicht-tödlichen Dosen sowohl das Gedächtnis und die Lernfähigkeit von Bienen, als auch ihre motorische Aktivität und Navigation beschädigen können.

Mit dem Einsatz der Pestizide kommen diese auch in den Bienenstock und in die Waben. „So sterben auch die Larven an Pollenvergiftung. Solche Pollenvergiftungen erstrecken sich oft über lange Zeiträume bis ins folgende Frühjahr hinein, wenn der vergiftete Pollen zur Aufzucht der ersten Brut verwendet wird. Es ist deshalb keine Lösung, wenn die Pestizid-Grenzwerte für den Honig immer weiter angehoben werden, damit der Honig weiter unproblematisch verkauft werden kann,“ erläutert Brehme.

Die Wirkung von Nervengiften und ihren Zerfallsprodukten (Metaboliten) auf den Menschen sei ebenfalls nachgewiesen, so Brehme.

 

Brehme weist auch darauf hin, dass bezüglich des Artensterbens festgestellt werden müsse, dass auch Hummeln, Nutzinsekten, Schmetterlinge, andere Insekten und sogar Frösche geschädigt werden, da der Wirkstoff Clothianidin leicht wasserlöslich sei.

 

Zur gegenwärtigen Situation in der Landwirtschaft sagt Brehme, dass die politischen und gesetzlichen Regelungen zu einer Abhängigkeit von chemischen Pflanzenschutzmitteln geführt und die Entwicklung von umweltfreundlichen Alternativen verhindert hätten. Er fordert: „Es sollte eine Pestizid-Abgabe eingeführt werden, um die ökonomischen Schäden durch Pestizide auszugleichen und um Alternativen zu fördern.“

 

Abschließend weist Brehme darauf hin, dass die Agrochemiekonzerne nicht nur Pestizide herstellten, sondern auch genmanipuliertes Saatgut, das sie gegen den Willen von 80 Prozent der Verbraucher am Markt durchsetzen wollen. Genpflanzen, wie der Bt-Mais, bildeten in jeder Zelle ihres Organismus gezielt Gifte zur Schädlingsbekämpfung. Auch diese Gifte wirkten auf Bienen und andere Insekten, da das Gift in hoher Konzentration im Pollen der Genpflanzen vorhanden sei.

„Diese laxe Zulassungspolitik solcher Genpflanzen ist aus Verbrauchersicht völlig unverständlich, denn damit wird langfristig der Ruf und das Image des Honigs als ökologisches Naturprodukt zerstört und die Imker werden ruiniert,“ stellt der ödp-Politiker fest.

 

 

 

Ökologisch-Demokratische Partei (ödp)

Bundespressestelle

Erich-Weinert-Str. 134

10409 Berlin

030/49854050

presse@oedp.de

www.oedp.de

 

 


Die ÖDP Garmisch-Partenkirchen verwendet Cookies, um diese Website Ihren Bedürfnissen anzupassen. Zu den Cookie-Nutzungsbestimmungen