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ÖDP will im Landkreis GAP auf Torf-Verwendung verzichten / Peter Keller: „Torfnutzung im Landkreis zerstört wertvolle Moore und setzt Klimagase frei“

GAP. – Der Landkreis Garmisch-Partenkirchen soll auf allen kreiseigenen Flächen auf den Einsatz von Torf verzichten. Das will die ÖDP-Fraktion im Kreistag mit einem aktuellen Antrag erreichen, der voraussichtlich am 24. Juni 2021 in der nächsten Sitzung des Umwelt- und Landwirtschaftsausschusses behandelt wird. Damit streben die Ökodemokraten einen Beitrag für mehr Arten- und Klimaschutz an.

„Torf speichert große Mengen Kohlenstoff. Auch wenn Moorböden gerade einmal 3 % der weltweiten Landfläche bedecken, speichern sie doch mehr Kohlenstoffdioxid als alle Wälder der Erde zusammen“, erläutert der Ohlstädter ÖDP-Kreisrat und Fraktionsvorsitzende Peter Keller.

Torf ist ein traditionell genutzter Rohstoff zur Herstellung von Blumenerden. Im Hobbygartenbau kann inzwischen gänzlich auf Torf verzichtet werden. Im kommunalen Gartenbau kann ebenso in Blumenbeeten gänzlich Torf vermieden werden; lediglich zur Anzucht ausgewählter Blumensorten gilt Torf bisher als nicht ersetzbar. „Durch geeignete Auswahl der Pflanzen kann man jedoch auch hier im Kultursubstrat vollständig auf Torf verzichten. In Deutschland gibt es bereits torffreie Gemeinden, etwa Ostbevern; fast torffrei ist auch die Stadt Kempten“, so Forstwirt Peter Keller.

Der überwiegende Teil deutschen Torfs stammt ÖDP-Angaben zufolge aus Niedersachsen. Auch im Landkreis Garmisch-Partenkirchen wird Torf in großen Mengen aus Niedersachen für den Gartenbau insbesondere in den Gemeindegärtnereien verwendet.

Peter Keller hebt positiv hervor, dass sich der Landkreis Garmisch-Partenkirchen „seit Jahrzehnten vorbildlich im Schutz heimischer Moore – etwa Murnauer Moos, Pulvermoos oder Loisach-Kochelseemoor – engagiert, um die über Jahrhunderte gewachsene Kulturlandschaft mit all ihrer Artenvielfalt für kommende Generationen zu bewahren. Gleichzeitig werden durch die Torfnutzung im Landkreis jedoch wertvolle Moore an anderer Stelle zerstört zu Lasten der dortigen Artenvielfalt.“ Der im Landkreis eingesetzte Torf werde zudem fast vollständig in klimaschädliches Kohlenstoffdioxid umgewandelt und hier im Landkreis freigesetzt.

Konkret fordert die vierköpfige ÖDP-Fraktion im Kreistag, dass der Landkreis Garmisch-Partenkirchen auf allen kreiseigenen Flächen auf den Einsatz von Torf verzichten möge. So sollen auch vom Landkreis mit der Pflege von Grün/Garten- und Parkanlagen beauftragte Dienstleister vertraglich zum Torfverzicht verpflichtet werden. Bei der Pflanzenauswahl soll auf Arten gesetzt werden, die zur Aufzucht keinen Torf benötigen (torffreie Kultursubstrate); diese Torfersatzstoffe sollen aber in jedem Fall eine nachweislich bessere Klimabilanz aufweisen als Torf. Auch den Gemeinden wird nahegelegt, auf Torf zu verzichten; so soll das Thema bei der nächsten Bürgermeisterdienstbesprechung behandelt werden – mit einem Sachvortrag, in dem ein geeigneter Experte Alternativen zum Einsatz von Torf auf kommunalen Flächen vorstellt.

„Der Verzicht auf Torf ist eine vergleichsweise unkomplizierte Maßnahme mit großer Wirkung. Die öffentliche Hand kann damit ihrer Vorbildfunktion gerecht werden“, ist sich Peter Keller sicher.

ÖDP-Fraktionssprecher Peter Keller

„Der Verzicht auf Torf ist eine vergleichsweise unkomplizierte Maßnahme mit großer Wirkung“, so der ÖDP-Fraktionsvorsitzende im Kreistag von Garmisch-Partenkirchen, Peter Keller. (Foto: privat)

Hochmoorgebiet in Estland

In riesigen Hochmoorgebieten (hier in Estland) brüten Goldregenpfeifer, Bekassinen, Birkhühner und weitere Vogelarten. (Foto: H.-J. Fünfstück)